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Futique

Futique

Veröffentlicht: 2025-09-19
Under exclusive licence to 1967 Limited, a Warner Music Group company, ℗ 2025 Simon Neil, Ben Johnston & James Johnston
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11 Tracks
44:32
Jetzt kaufen im iTunes Store
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Veröffentlicht: 2025-09-19
Under exclusive licence to 1967 Limited, a Warner Music Group company, ℗ 2025 Simon Neil, Ben Johnston & James Johnston

Ein Balanceakt zwischen Stadionrock und rauem Alternative

Nach dem lockdownbedingten Produktivitätsschub, der innerhalb von 14 Monaten gleich zwei Alben hervorbrachte – „A Celebration of Endings“ (2020) und „The Myth of the Happily Ever After“ (2021) –, verfielen Biffy Clyro in eine Phase der Inaktivität und Ungewissheit. Ausgebrannt von den freudlosen COVID-Jahren beendete das Trio seine Tour 2022 mit dem Entschluss, sich erst einmal zurückzuziehen, auszuruhen und darüber nachzudenken, wie es mit der Band weitergehen sollte – wenn überhaupt. Sänger und Gitarrist Simon Neil verschaffte sich derweil Luft und legte 2023 mit seinem Rock-Supergroup-Projekt Empire State Bastard das brachiale und wuchtige Metal-Debüt „Rivers Of Heresy“ vor. Zwar genoss er es, das Album zu machen und damit auf Tour zu gehen. Doch er merkte auch, dass ihm die Melodien und die mitreißenden Hooks fehlten, die das Trio aus Kilmarnock – komplettiert durch die Brüder Ben (Drums) und James Johnston (Bass) – über neun Alben hinweg zu einer der größten britischen Rockbands gemacht hatten.

Neil begann, neue Biffy-Songs am Klavier zu schreiben. Der erste, der vollständig fertig war, ist das zarte „Goodbye“, das nun das emotionale Zentrum des Albums bildet. Ein Lied darüber, wie wichtig es manchmal ist, sich von geliebten Menschen zu distanzieren, um sich daran zu erinnern, warum man sie liebt. Es zeigt, wie alle drei ihre Zweifel an der Band überwinden konnten, um eines ihrer stärksten Werke überhaupt zu schaffen. Neil beschreibt das Album als eine Auseinandersetzung mit Beziehungen und Gedanken, die uns durchs Leben begleiten – immer wieder blitzt darin auch die besondere Verbindung zwischen den drei Biffys auf. Ein Songtitel wie „Woe Is Me, Wow Is You“ zeigt da, dass diese Band es geschafft hat, Rockstars zu werden, ohne sich dabei allzu ernst zu nehmen. Und der Track selbst feiert vor allem ihre enge Verbundenheit: Neil schrieb ihn als Rückblick auf ihre gemeinsame Zeit. Während die Strophen noch verletzlich wirken, platzt der Refrain vor Selbstvertrauen: „We believe in the concept/We defy the impossible … This ship is built to last.“ („Wir glauben an die Idee / Wir trotzen dem Unmöglichen … Dieses Schiff ist für die Ewigkeit gebaut.“)

Doch Biffy Clyro machen das nicht nur aus Liebe zueinander. Bevor sie ein neues Album aufnehmen, hinterfragen sie immer erst dessen Daseinsberechtigung – um zu vermeiden, dass sie irgendwann etwas veröffentlichen, nur weil man das eben so macht. Und so zeigen sie sich zwar gewohnt sicher im Wechsel zwischen schneidenden Riffs, vertrackten Taktarten und Refrains, die wie Sonnenstrahlen durch Regenwolken brechen („A Little Love“, „Two People In Love“), loten aber zugleich weiter aus, was Festival-Headliner-Rock sein kann. „It’s Chemical!“ klingt, als wären Big Beat, Baggy und Britpop ihren eigenen Regeln unterworfen. „Dearest Amygdala“ verbeugt sich so deutlich vor schillerndem 80er-Pop, dass der Song geradezu danach schreit, mit hochgekrempelten Blazerärmeln auf einem Keytar gespielt zu werden.

© Apple Music
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