„Ich gönne mir noch einmal einen echten Popmoment.“
Ed Sheeran nutzte seine beiden letzten Alben als eine Art Genre-Reset. Mit seinem achten Album ist er nun bereit für ein Pop-Revival. „‚-‘ und ‚Autumn Variations‘ waren für mich ein wichtiger Schnitt – ein Moment, in dem ich mir gesagt habe: ‚Ich bin Singer-Songwriter, ich mache Singer-Songwriter-Alben und probiere andere Dinge nur noch, wenn mir wirklich danach ist‘“, erzählt er Zane Lowe von Apple Music. „Mit ‚Play‘ gönne ich mir jetzt noch einmal einen echten Popmoment – wahrscheinlich einen der letzten.“
„Play“ bewegt sich dabei in einem vertrauten, aber erweiterten Klangkosmos. Einige Songs sind stark von unterschiedlichen östlichen Musikstilen geprägt – etwa das Bollywood-angehauchte „Sapphire“, das persisch beeinflusste „Azizam“ oder das von Punjabi-Musik inspirierte „Symmetry“. „Ich erkunde gerade völlig neue Welten und Kulturen, und es ist spannend, dass es in ein und demselben Land Superstars in ganz unterschiedlichen Sprachen gibt“, sagt er. Gleichzeitig knüpft er aber auch wieder an seinen klassischen Sheeran-Sound an: „Old Phone“ ist Rückblick auf verlorene wie verflossene Freundschaften, der an die Geschichte von „Castle on the Hill“ erinnert. „The Vow“ wiederum klingt wie eine Hommage an „Perfect“ und „Thinking Out Loud“.
Viele der neuen Lieder sind sehr persönlich, zugleich aber auch gut nachvollziehbar. Oft drehen sie sich um seine Liebe zu seiner Frau und seiner Familie. Zwei besonders romantische Liebeserklärungen, „In Other Words“ und „For Always“, beschreiben Gefühle, die viele kennen. „Das sind sehr menschliche Dinge, die man mit seiner besseren Hälfte oder seinen Kindern erlebt“, erklärt er. „Ich sehe auch in meinem Freundeskreis, dass andere Ähnliches durchmachen. In vielen Bereichen meines Lebens unterscheide ich mich wirklich deutlich von ihnen, aber als Partner, Vater oder Freund teile ich einfach viele Erfahrungen.“
Am stärksten auf seine eigene Situation zugeschnitten ist jedoch der Opener des Albums. In „Opening“ wirft er einen kritischen Blick auf seine weltweite Berühmtheit: „Not the pop star they say they prefer/Kept quiet but I came to be heard/Been a long time up top, but I ain’t complacent/If I look down, I can see replacements.“ („Nicht der Popstar, den sie bevorzugen, sagen sie / Ich habe geschwiegen, aber ich wollte gehört werden / Lange Zeit stand ich an der Spitze, doch ich ruhe mich nicht aus / Wenn ich nach unten schaue, sehe ich bereits meinen Ersatz.“) Sorgen wegen der angeblichen „nächsten Ed Sheerans“ macht er sich allerdings nicht: „Ich nehme sie einfach mit auf Tour.“