Das Trio aus Sydney fängt auf dem zweiten Album seine Live-Energie ein
Das Feedback der Fans prägte das zweite Album von Sons Of The East: „Ich liebe die Studioaufnahmen, aber euch live zu sehen, ist eine ganz andere Erfahrung“, erzählt der Keyboarder und Sänger Nic Johnston im Gespräch mit Apple Music. „Deshalb wollten wir das Album näher an den Sound unserer Konzerte bringen.“ So nahm das Indie-Folk-Trio aus Sydney einen Großteil des Albums gemeinsam im selben Raum auf, anstatt die Parts separat einzuspielen. Johnston erklärt: „Alles ist ein bisschen chaotischer und lebendiger. Das ist eines ist der wichtigsten Dinge, die wir in diese Platte einbringen wollten.“
Ähnlich prägend war die Tatsache, dass viele Ideen während der Tour entstanden – etwa beim Herumlaufen in leeren Veranstaltungsorten, bevor die Türen geöffnet wurden („Hard to Tell“), oder auf dem Weg zum nächsten Konzert. „Das ist wohl der Grund, warum sich viele der Songs so gut anhören, wenn man im Auto fährt – viele davon sind unter genau diesen Umständen entstanden“, erklärt der Gitarrist und Banjo-Spieler Dan Wallage.
Das entstandene Album bewegt sich von hymnischem Indie-Folk („Rescue Me“) und Indie-Rock („Recognise“) über pastoralen Folk („10 Days“) bis hin zu Westcoast-Grooves der 70er („Pour the Wine“) und wird durch die von CSNY inspirierten Gesangsharmonien des Trios zusammengehalten. Hier führen Johnston und Wallage Apple Music Track für Track durch „SONS“.
„It’s Alright“
Dan Wallage: „Die Grundlage für diesen Song stammt aus einer Jam-Session im Studio. Der Song brachte uns alle zum Lächeln.“
Nic Johnston: „Der Text vermittelt ein Gefühl von Entspannung, Vibes und Spaß. Er soll locker klingen und einen angenehmen Einstieg in das Album bieten.“
„Sweet Thing“
NJ: „Definitiv ein Herzschmerz-Song. Ich erinnere mich, wie ich im Studio diese Akkorde spielte und Jack [Rollins, Gitarre/Gesang] schnell die passende Melodie dazu einfiel. Alles lief ziemlich nahtlos. Danach haben wir am Arrangement gearbeitet und versucht, die Arpeggios von Dans Akustikgitarre mit der Orgel zu kombinieren.“
„Rescue Me“
NJ: „Der Text ist emotional und deutet auf einen bevorstehenden Liebeskummer hin, trägt aber auch Hoffnung in sich. Der Song entstand bei einer Jam-Session, die wir vor langer Zeit hatten, und ich kam immer wieder darauf zurück und dachte: ‚Das hat etwas.‘ Die Originalaufnahme ist ein totales Chaos – wir toben uns auf unseren Instrumenten aus und singen verschiedene Texte. Es hat eine Weile gedauert, bis wir herausgefunden haben, worum es in dem Song geht und was er bedeutet.“
„Pour the Wine“
DW: „Wir saßen entspannt mit Keyboard, Banjo, Gitarre in gemütlichen Sesseln, umgeben von Mikrofonen, und haben den ganzen Song einfach durchgejammt. Wir wollten nicht perfekt oder streng im Takt spielen, sondern einfach eine besondere Stimmung mit diesen drei Instrumenten erschaffen. Ich wollte schon immer einen Song, in dem wir im Leadgesang von Jack zu Nic oder von Nic zu Jack wechseln. Er beginnt mit Nic im Lead, wechselt dann zu Jack und im Refrain weiß man nicht mehr, wer gerade singt. Ich liebe dieses Chaos.“
„Recognise“
NJ: „Der Song ist für uns ein kleines Highlight, weil die Band damit in eine neue Richtung geht. Er erinnert mich an Tourneen in den USA oder allgemein daran, auf Tour zu sein. Er hat dieses typische Reisegefühl.“
DW: „Wir haben nie gesagt: ‚Wir müssen eine Folk-Band sein‘ oder ‚Wir müssen Blues-Country spielen.‘ Wir mögen alle unterschiedliche Musikrichtungen, also dachten wir: ‚Schaffen wir etwas, das nach Sons Of The East klingt, aber Elemente aus verschiedenen Genres vereint.‘ Der Song verbindet treibendes Schlagzeug, Banjo und Synthesizer – es ist ein einzigartiger Klang.“
„10 Days“
NJ: „Es ist definitiv der raueste Song auf dem Album. Eine Zeit lang fiel es mir schwer, ihn mir anzuhören. Im Text geht es um die große Frage, wohin sich eine Beziehung entwickelt – dieses Gefühl, dass einem etwas entgleitet, ohne genau zu wissen, wie es dazu kam oder wohin es führt. Er ist verletzlich und liegt mir persönlich am Herzen.“
„Time Will Tell“
DW: „Dieser Song gehört in eine ähnliche Kategorie wie ‚Rescue Me‘ – wieder geht es um Hoffnung, Durchhaltevermögen und Rückschläge, die einen stärker machen. Wir wollten zurück zu unseren Anfängen bei Sons Of The East: Einer von uns spielt Akustikgitarre, vielleicht kommen Klavier und Gesang dazu. Und dann dieses Ende, das optimistisch ist. Man soll den Refrain mitsingen wollen, auch wenn er melancholisch ist.“
„Wish I Knew“
NJ: „Auch das war ein Song, bei dem wir das Live-Gefühl stärker einfangen wollten. Wir wollten, dass die Leute mitsingen. Der Text spiegelt ein universelles Gefühl wider – dass man manchmal keine Ahnung hat, wohin das Leben führt. Die Vorstellung, dass wir alle irgendwie improvisieren. Und das ist okay.“
„Get Even“
NJ: „Ich erinnere mich, wie wir letztes Jahr auf Tournee waren und durch eine kleine Stadt in Nevada fuhren. Wir hielten an einer Tankstelle, die billige Cowboyhüte verkaufte. Diese Mischung aus dem völlig Fremden – so weit weg von zu Hause, umgeben von riesigen amerikanischen Trucks, Trucker:innen und großen Raststätten – und dann über FaceTime mit seinen Liebsten zu sprechen, das hat die Stimmung dieses Songs geschaffen.“
„Oh My My“
DW: „Auch in ‚Oh My My‘ tauchen wieder diese übergreifenden Themen auf – Durchhaltevermögen, Stärke und Freiheit. Eine meiner Lieblingszeilen ist: ‚Taking on water but I’m bailing it out and it’s my life‘. Diese Idee, dass schlechte Dinge passieren und wir Höhen und Tiefen erleben, aber man manchmal einfach nur durchhalten muss.“
„Head Above the Water“
NJ: „Der Song wurde für einen Freund geschrieben, der eine schwere Zeit durchgemacht hat. Im Kern sagt er: Ich bin für dich da. Solche Songs drehen sich oft um romantische Beziehungen und es war schön, etwas zu schreiben, das einfach einem Freund gewidmet ist. Freundschaftliche Liebe wird weniger thematisiert, dabei ist sie ein so wichtiger Teil unseres Lebens – das Netzwerk aus Menschen, das uns Rückhalt gibt.“
„Hard to Tell“
NJ: „Dieses erste Riff entstand in einer Konzerthalle in Atlanta. Oft schnappen wir uns einfach eine Gitarre, laufen in einem leeren Veranstaltungsort herum und spielen einfach etwas. Irgendwie regt diese Umgebung dazu an, den Gedanken freien Lauf zu lassen und neue Ideen zu entwickeln. Für mich ist der Song stark mit unserer ersten Tour durch die USA verbunden. Und ich glaube, genau dieses Gefühl spiegelt sich auch in der Stimmung des Songs wider.“